Langzeitstudie zeigt 5 einfache Longevity-Faktoren

Biohacking, Supplements, Kältekammern und Bryan Johnson: Der Hype um Longevity ist bizarr, mitunter gefährlich – aber wichtig. Eine im September 2026 veröffentlichte finnische Langzeitstudie hilft, die Extreme zu kalibrieren.

Neulich bei Instagram. Ein selbsternannter Influencer, keine 25 Jahre alt, berichtet aufgeregt von einer aktuellen Studie über vermeintliche Vorteile der Potenzpille Tadalafil (Laut Studie 34 Prozent niedrigeres relatives Schlaganfallrisiko, 27 Prozent niedrigeres Herzinfarktrisiko und 34 Prozent niedrigere Gesamtsterblichkeit), schlussfolgert aus der Beobachtungsstudie (erhoben aus Männerdaten ab 40 Jahre) munter und schließt mit dem Satz, dass er dies auch demnächst probieren wolle. Die Studie ist interessant und vielleicht sogar vielversprechend. Gefährlich wird es, wenn Influencer aus „bei Männern über 40 mit Erektionsstörungen beobachtet“ ein „sollten gesunde 20-Jährige nehmen“ machen.

Für Verbraucher wird es immer schwieriger, wertvolle Informationen rund um Longevity aus der Nachrichtenflut zu filtern. Eine ganze Schar von Influencern surft auf der medialen Welle, die allen voran Bryan Johnson losgetreten hat – der jedoch im Vergleich zu vielen Trittbrettfahrer aufklärt, sich selbst korrigiert und transparent kommuniziert.

Keine Frage: Es braucht Menschen wie Johnson, die das Thema Altern salonfähig gemacht haben. Sie treiben das Thema voran und stoßen wichtige Diskussionen an. Vor allem aber brauchen wir das Extrem, um immer wieder zu fragen: Was davon ist wirklich wichtig?

Langzeitstudie: Langweilig, aber interessant

Eine neue finnische Langzeitstudie liefert darauf eine Antwort, die weder extrem noch aufregend ist: nicht rauchen, normales Körpergewicht, ein vernünftiger Blutdruck, gute Cholesterinwerte und ein gesunder Glukosestoffwechsel. Forscher der Universität Helsinki haben 2.690 zunächst gesunde Männer untersucht, die beim Start der Studie im Durchschnitt 42 Jahre alt waren. Die ersten Untersuchungen fanden zwischen 1964 und 1973 statt. Die Mortalität wurde anschließend bis Januar 2025 verfolgt – also über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahrzehnten.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf fünf Faktoren:

  • Nichtrauchen

  • BMI unter 25

  • systolischer Blutdruck unter 140 mmHg

  • Gesamtcholesterin unter 6 mmol/l

  • ein niedriger Blutzuckerwert nach Glukosebelastung

Interessant dabei ist, dass einige Grenzwerte nicht mehr den heutigen Idealwerten entsprechen. Ein systolischer Blutdruck zwischen 120 und 139 mmHg etwa gilt heute keineswegs als optimal. Die Studie untersucht schließlich Männer, die bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren gemessen wurden. Das Ergebnis fällt dennoch erstaunlich aus.

Von den Männern, die in der Lebensmitte alle fünf günstigen Faktoren aufwiesen, erreichten 41,9 Prozent das 90. Lebensjahr. In der Gruppe ohne einen einzigen dieser günstigen Faktoren waren es gerade einmal 6,8 Prozent. Auch die durchschnittliche Überlebenszeit nahm fast linear mit der Zahl günstiger Faktoren zu.

Lebensqualität wichtiger als alleinige Lebensjahre

Longevity sollte bekanntlich nicht bedeuten, die letzten Lebensjahre lediglich nach hinten zu verschieben. Entscheidend ist der Healthspan: Wie lange bleiben wir beweglich, selbstständig, geistig präsent und gesund?

Genau das haben die Forscher ebenfalls untersucht. Als die überlebenden Studienteilnehmer im Jahr 2007 durchschnittlich 79 Jahre alt waren, haben sie unter anderem Gebrechlichkeit, körperliche Funktionsfähigkeit, Lebensqualität und psychisches Wohlbefinden erhoben.

Das Ergebnis: Von den Männern, die mit Anfang 40 alle fünf günstigen Faktoren mitbrachten, galten im hohen Alter lediglich 2,2 Prozent als gebrechlich. Unter den Männern ohne einen der fünf Faktoren waren es 24,5 Prozent. Auch Lebensqualität und psychisches Wohlbefinden haben also zugenommen. Ein gesünderes Leben in der Lebensmitte deutet nicht nur auf mehr Lebensjahre, sondern mit mehr Lebensqualität in diesen Jahren.

Gerade deshalb passt die Studie so gut zu unserem Verständnis von Longevity bei LNGVTY. Körpergewicht hat viel mit Bewegung und Ernährung zu tun. Rauchen lässt sich vermeiden. Cholesterin, Blutdruck und Glukosestoffwechsel werden durch genetische Faktoren beeinflusst – aber eben auch erheblich durch den Lebensstil. Und wenn wir bei LNGVTY über Hotels sprechen, ist ein Blick auf die Sauna spannend. Zumindest für jene Gäste, die auch zu Hause regelmäßig saunieren.

Eine weitere finnische Langzeitstudie mit 1.621 Männern ohne Bluthochdruck zu Beginn fand beispielsweise: Wer vier- bis siebenmal pro Woche saunierte, hatte während knapp 25 Jahren Beobachtungszeit ein deutlich geringeres Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln als Männer mit einer Saunasitzung pro Woche. Nach umfassender statistischer Anpassung lag das Risiko in der häufigsten Sauna-Gruppe ungefähr 47 Prozent niedriger. Es handelt sich allerdings um eine Beobachtungsstudie – Ursache und Wirkung sind damit nicht bewiesen.

Sauna ist also kein Ersatz für Bewegung, Blutdrucktherapie oder gesunde Ernährung. Aber sie zeigt beispielhaft, wie sich eine angenehme Alltagsroutine mit einem klassischen Gesundheitsfaktor verbinden kann.

Ähnlich verhält es sich mit Schlaf. Schlechter oder zu kurzer Schlaf macht uns nicht nur müde. Randomisierte Untersuchungen zeigen, dass Schlafrestriktion Hunger und Energieaufnahme erhöhen und gleichzeitig die Insulinsensitivität verschlechtern kann. Eine Meta-Analyse randomisierter Studien kam beispielsweise auf durchschnittlich rund 250 zusätzliche Kilokalorien pro Tag während Phasen von Schlafrestriktion. Gleichzeitig nahm die Insulinsensitivität ab. Der Zusammenhang scheint naheliegend, dass gesunder Schlaf positiv auf den Blutzucker wirkt.



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